Die Größe einer Videodatei lässt sich grob aus ihrer Dauer und Datenrate abschätzen. Diese Rechnung hilft bei Uploadgrenzen, Speicherplanung und der Wahl einer Prüffassung. Sie ersetzt jedoch keine Qualitätsentscheidung und liefert bei variabler Kodierung nicht automatisch die exakte spätere Dateigröße.

Die Einheiten auseinanderhalten

Datenraten werden häufig in Megabit pro Sekunde angegeben, Dateigrößen dagegen in Megabyte oder Gigabyte. Acht Bit ergeben ein Byte. Für eine dezimale Näherung multiplizierst du die gesamte durchschnittliche Datenrate in Mbit/s mit der Dauer in Sekunden und teilst durch acht. Das Ergebnis liegt in MB.

Ein Video von zwei Minuten mit 8 Mbit/s Bilddaten benötigt damit ungefähr 120 MB für den Videostrom. Hat der Ton zusätzlich 0,2 Mbit/s, kommen etwa 3 MB hinzu. Containerinformationen verursachen weiteren kleinen Aufwand. Die Rechnung bezieht sich auf diese Beispielwerte und ist keine Empfehlung für die geeignete Qualität.

Vom Größenlimit zurückrechnen

Wenn eine Datei höchstens 100 MB groß sein darf und 120 Sekunden dauert, ergibt sich rechnerisch eine durchschnittliche Gesamtdatenrate von rund 6,67 Mbit/s. Davon müssen Ton und zusätzlicher Aufwand berücksichtigt werden. Plane etwas Reserve ein, statt exakt an der theoretischen Grenze zu exportieren.

Ein Tool kann Größen in MiB anzeigen, während ein Uploadlimit MB meint. Diese Einheiten sind nicht identisch. Prüfe bei knappen Grenzen, welche Darstellung verwendet wird. Miss die fertige Datei mit einer passenden Dateieigenschaftsanzeige, statt aus einer gerundeten Zahl auf die Einhaltung zu schließen.

Warum das Ergebnis abweichen kann

Bei variabler Datenrate hängt der tatsächliche Mittelwert vom Inhalt und Encoder ab. Ein eingestellter Maximalwert ist nicht derselbe wie der Durchschnitt. Ein ruhiger Vortrag kann daher anders ausfallen als eine bewegte Montage gleicher Länge. Qualitätseinstellungen ohne feste Datenratenvorgabe lassen sich vorab oft nur durch einen Test einschätzen.

Ein kurzer Probeexport kann eine Orientierung liefern, wenn er das Material sinnvoll repräsentiert. Ein ausschließlich ruhiger Ausschnitt unterschätzt möglicherweise einen Film mit vielen schnellen Bewegungen. Kontrolliere nach dem vollständigen Export sowohl Größe als auch Bildqualität; eine eingehaltene Grenze macht eine unlesbare Datei nicht brauchbar.

Bewahre eine höherwertige Quelle unabhängig von einer stark begrenzten Abgabekopie. Wenn später ein anderes Limit gilt, kannst du daraus neu exportieren. Wiederholtes Komprimieren der bereits kleinen Datei spart möglicherweise weitere Bytes, verschlechtert aber die Ausgangslage für jeden folgenden Versuch.