Ein Clip wird nicht allein dadurch zu guter Zeitlupe, dass im Schnitt eine kleinere Prozentzahl eingetragen wird. Wenn zu wenige unterschiedliche Bilder vorhanden sind, muss die Software Bilder wiederholen oder neue Zwischenbilder berechnen. Plane deshalb die gewünschte Verlangsamung vor der Aufnahme. Sie bestimmt, welche Bildrate, Belichtungszeit und Lichtmenge sinnvoll sind und ob synchroner Ton überhaupt erhalten bleibt.

Aufnahme- und Wiedergaberate rechnen

Eine mit 100 Bildern pro Sekunde aufgenommene Handlung kann bei 25 Bildern pro Sekunde viermal so lange dauern. Eine Sekunde Aufnahme ergibt dann vier Sekunden Wiedergabe. Bei 50 zu 25 beträgt der Faktor zwei. Diese einfache Beziehung gilt, wenn jedes aufgenommene Bild einmal gezeigt wird. Prüfe die genauen Raten des Geräts, insbesondere bei gerundeten Bezeichnungen wie 30 oder 60.

Eine reguläre Datei mit hoher Bildrate kann zunächst in Echtzeit wiedergegeben werden. Erst eine entsprechende Interpretation oder Geschwindigkeitsänderung erzeugt die verlangsamte Fassung. Ein spezieller Zeitlupenmodus kann diese Anpassung bereits in der Kamera vornehmen. Notiere daher sowohl die Erfassungsrate als auch die Rate der gespeicherten Datei. Sonst wird ein bereits verlangsamter Clip möglicherweise ein zweites Mal verlangsamt.

Mehr Licht und eine passende Handlung

Bei höherer Erfassungsrate und entsprechend kürzerer Belichtungszeit erhält jedes Bild weniger Licht. Eine Einstellung, die bei normaler Geschwindigkeit hell genug war, kann im Zeitlupenmodus zu dunkel werden. Prüfe Leuchten außerdem erneut auf Flimmern. Ein zuvor unauffälliges Licht kann bei der neuen zeitlichen Abtastung problematisch erscheinen.

Wähle eine Handlung, deren zusätzliche Bewegungsphasen tatsächlich interessant oder erklärend sind. Ein kurzer Kontakt zwischen Werkzeug und Material kann profitieren; eine lange unveränderte Wartezeit eher nicht. Plane Anfang und Ende ausreichend großzügig, weil das Ereignis in Echtzeit schnell vorbei ist. Bei einmaligen Vorgängen muss die Aufnahme bereits laufen, bevor der entscheidende Moment beginnt.

Den Ton separat entscheiden

Viele spezielle Zeitlupenmodi zeichnen keinen normalen synchronen Ton auf oder behandeln ihn anders. Verlasse dich nicht auf die angeschlossene Mikrofonanzeige. Prüfe eine Beispieldatei. Wenn die natürliche Geräuschfolge wichtig ist, kann eine normale Echtzeitaufnahme mit Ton zusätzlich nötig sein. Ein nachträglich angelegtes Geräusch sollte nicht als genaue zeitliche Dokumentation missverstanden werden.

Vergleiche die Zeitlupe in der endgültigen Timeline. Wenn Bewegung trotz ausreichender Bilder unruhig wirkt, prüfe Interpretation, Ausgaberate und eventuell aktive Zwischenbildberechnung. Kontrolliere Hände und überlappende Kanten besonders sorgfältig. Berechnete Bilder können dort Fehler erzeugen. Die zuverlässigste Grundlage bleiben passende, tatsächlich aufgenommene Bewegungsphasen.