Eine Stimme klingt klar, bis die Person ihre Arme verschränkt. Dann überdeckt ein trockenes Kratzen mehrere Wörter. Das Mikrofon kann technisch einwandfrei funktionieren; der Fehler entsteht an seiner Befestigung. Weniger Aufnahmepegel macht in diesem Fall meist Stimme und Störung gemeinsam leiser. Beginne stattdessen mit einer kurzen Probe genau der Bewegung, bei der das Geräusch auftritt.
Kontaktstellen einzeln prüfen
Beobachte die Kapsel beim Drehen, Sitzen und Gestikulieren. Berühren Kragen, Jacke oder Haare das Mikrofon, schaffe zuerst dort Abstand. Bitte die Person, eine Kette vorübergehend anders zu tragen, wenn sie gegen den Clip schlägt. Verändere Kleidungsstücke nur nach Absprache und lasse persönliche Anpassungen von der Person selbst vornehmen.
Bleibt das Geräusch, kontrolliere das Kabel unmittelbar unter der Befestigung. Eine gespannte Leitung kann Bewegung zum Mikrofon übertragen. Eine kleine lockere Schlaufe und eine geeignete Fixierung am Kleidungsstück können helfen. Das Kabel darf dabei weder scharf geknickt noch übermäßig fest eingeklemmt werden. Wiederhole anschließend dieselbe Bewegung, damit der Vergleich aussagekräftig bleibt.
Verstecken braucht zusätzlichen Raum
Unter Kleidung darf Stoff nicht frei über die Kapsel streichen. Dafür vorgesehene Halterungen schaffen Abstand und dämpfen Kontakt. Nicht jede Kombination aus Stoff und Befestigung funktioniert gleich. Eine steife Jacke kann beim Gehen weiterhin hörbar bleiben, auch wenn die Mikrofonspitze selbst nicht berührt wird.
Für ein erklärendes Interview ist ein sichtbar montiertes Mikrofon oft einfacher zu kontrollieren. Wenn Verstecken den Klang verschlechtert, ist eine unauffällige Außenmontage eine nachvollziehbare Entscheidung. Alternativ kann ein nahes Mikrofon außerhalb des Bildes die Kleidung ganz aus der Befestigungskette nehmen.
Die aufgezeichnete Datei abhören
Kontrolliere nicht nur das Funksignal am Empfänger, sondern eine tatsächlich gespeicherte Probe. Eine Pegelanzeige unterscheidet nicht zwischen Sprache und Reibung. Höre bei normaler Lautstärke auf Kopfhörern und achte besonders auf Wortanfänge während der Bewegung.
Notiere im Drehprotokoll, wenn ein späterer Satz durch Rascheln gestört wurde, und wiederhole ihn möglichst direkt. Geräuschreduktion kann solche kurzen, breitbandigen Störungen nicht zuverlässig von Konsonanten trennen. Nach einem Jackenwechsel oder einer neuen Sitzhaltung gehört deshalb eine weitere kurze Bewegungsprobe zum Aufbau, auch wenn die erste Einstellung bereits sauber war.